Stadtkapelle Rosenheim e.V.

1968 - Die Jugendblaskapelle der staatlichen Realschule Rosenheim

Anfang 1968 wurde mit der Ausbildung der ersten Musikanten begonnen. Herr Toni Appel, einer der Musiklehrer an der Realschule und Leiter der sich nun bildenden Kapelle, unterrichtete die Trommler und Saxophonisten. Die Herren Obermayr waren für die übrigen Instrumentalisten zuständig: Paul Obermayr übernahm die Klarinetten, Georg Obermayr kümmerte sich um Posaunen und Bässe und für Josef Obermayr blieb der "Rest" mit den Trompeten, Hörnen und Tenorhörnern.
Da man zum Teil auf bereits bestehende kleine musikalische Gruppierungen in der Realschule zurückgreifen konnte und dank des großen Engagements, das in die Bildung der neuen Kapelle investiert wurde, war man im November desselben Jahres bereits in der Lage, Herrn Grumpp mit einem kleinen Geburtstagsständchen zu überraschen.

Natürlich war man damals von einer vernünftigen spielfähigen Besetzung noch weit entfernt und auch das Programm für längere Auftritte fehlte noch, aber man hatte bewiesen, dass der Anfang geglückt war. Die nächsten beiden Jahre waren ganz dem Aufbau der Kapelle und der Einstudierung eines Grundprogrammes gewidmet.

Ein Mitglied der Kapelle schildert eine der Proben aus der Anfangszeit folgendermaßen: "Wir waren damals nur wenige Leute, ein paar Klarinetter und Trompeter, ein Tenorhorn und ein Bass glaube ich. Und natürlich der Trommlerzug von Herrn Appel. Da man mit dieser Besetzung natürlich keine großen musikalischen Werke einstudieren konnte, ließ uns Herr Appel häufig marschieren proben. Wir sind dann immer im Kreis mit unseren Instrumenten im Schulhof der Knabenrealschule um Herrn Appel herummarschiert, bis das mit unserem Schritt und den Trommlern hingehauen hat." Diese Schilderung soll den tatsächlichen Ausbildungsaufwand nicht verschleiern oder gar heruntersetzen. Neben den wöchentlichen Kapellenproben standen verständlicherweise zunächst der Einzelunterricht und die Satzproben, die das Erlernen des Zusammenspiels mit anderen fördern, im Vordergrund.

Das Echo bei den Schülern der Realschule auf die neu gegründete Kapelle war sehr gut und deshalb wies die Kapelle im Herbst 1970 bereits eine Spielstärke von 36 Mann auf. A propos "Mann", die Jugendblaskapelle stand von Anfang an auch Mädchen offen, ein absolutes Novum in den Blaskapellen dieser Zeit. Eine Einschränkung in der Mitgliedschaft gab es jedoch: nur Jungen und Mädchen aus Rosenheim und den angrenzenden Randgemeinden konnten damals der Jugendblaskapelle beitreten und in diesem Rahmen kostenlos ausgebildet werden.

Im Frühjahr 1971 erhielt die Kapelle eine eigene Tracht, die nach den Vorbildern der Alt-Rosenheimer Tracht angefertigt wurde. Weinrote Westen, schwarze Bundhosen bzw. Röcke, dunkelbraune Jacken und flache schwarze Hüte mit rot-weißen Federn. Mit dieser vom Wirtschaftlichen Verband gestifteten Ausrüstung konnte die Kapelle nun auf die Öffentlichkeit losgelassen werden.

Die Stadtkapelle unter der Leitung von Toni Appel